Adventures in Hong Kong


2016-2017

Am Sonntag waren Wahlen

Nein, es geht nicht ums Saarland. Obwohl sich das Saarland sehr gut als Größenvergleich mit Hong Kong eignet, leben hier etwa acht mal so viele Menschen, für die am Sonntag eine neue Präsidentin - naja, sagen wir 'gewählt' wurde.

Nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft 1997 wurde Hong Kong nach dem Grundsatz 'One Country, two Systems' regiert. Formal behielten die Menschen also wirtschaftlichen Freiheiten, sowie Presse- und Meinungsfreiheit.

Frei Wahlen gibt es allerdings nur bedingt - das Parlament wird teilweise von der Bevölkerung gewählt und teilweise von verschiedenen Interessengruppen besetzt. Der Präsident wird von einer Gruppe aus etwa 1200 Delegierten gewählt - etwa so, wie der Bundesrat. Allerdings sind diese Delegierten in der Regel sehr loyal gegenüber Peking.

Ob also die bisherige Verwaltungschefin und Zögling des bisherigen Präsidenten oder der in der Bevölkerung populäre Kandidat gewählt wurde, muss ich an dieser Stelle wohl nicht mehr erwähnen.


Die drittletzte Arbeitswoche hat begonnen

Die Simulationen laufen - jetzt muss ich noch ein paar schöne Grafiken erstellen und das ganze abschließen.


The Twins

Am Samstag habe ich mit Sean eine Wanderung mit 'epic food' kombiniert. Nach Dim Sum Frühstück in einem Lokal, in dem wir nur dank Seans Kantonesischkenntnisse überhaupt einen Platz uns Essen bekamen sind wir nach Stanley in den Süden der HK Island aufgebrochen.

Stanley

Das Wetter war sehr bemerkenswert, denn während im Westen dicke Regenwolken hingen, konnte man im Osten die Sonne durch die Wolken scheinen sehen.

Alee

Die Wanderung selbst ging dann zuerst steil den ersten Berg hinauf. Auf der Spitze kann man dann den nächsten 'Zwilling' sehen und in diesem Moment traf mich die Erkenntnis, dass wir nun den gesamten Weg wieder hinunter bis auf Meereshöhe laufen müssen, nur um anschließend wieder die gleiche Höhe zu erklimmen.

Twins

Immerhin konnte man dort dann in den Wolken den dicht besiedelten nördlichen Teil der Insel sehen.

Downtown

Nach der Wanderung haben wir unsere Suche nach gutem Essen fortgesetzt und haben in dieser Schlange für Beef Brisket mit Nudeln gewartet:

Beef Brisket

Eins der besten Dim Sums, dann eines der besten Beef Briskets - da ging für den Nachtisch natürlich nichts unter den besten Waffeln:

Waffles


Mr. Wong's

An diesem Freitag habe ich endlich einmal das gemacht, was alle internationalen Studenten in Hong Kong machen: Abendessen in einer großen Gruppe bei Mr. Wong.

Wong

Für günstige 60 HKD gibt es eine Vielfalt kantonesischer Gerichte und so viel Bier, wie man möchte. Letzteres erklärt vor allem die Beliebtheit bei internationalen Studenten.

Um Platz für uns zu schaffen, wurden einfach zwei Tische aufgestellt und dazwischen eine großes langes Brett gelegt - Zack, fertig: Tafel. Für die Gruppe nach uns wurde kurzerhand der Zaun zur nächsten Baustelle geöffnet und dort ein paar Tische aufgebaut.

Für den günstigen Preis gibt es eine Vielfalt an Verschwörungstheorien: Manche sagen, das Restaurant diene der Geldwäsche, andere vermuten Verbindungen zu den Triaden und Mr. Wong fährt angeblich einen Lamborghini ...


Campus in Wolken

In dieser Jahreszeit ist es in HK ziemlich stark bewölkt.

Wolken auf dem Campus

Sobald die fast gesättigte Luft am Campus aufsteigt, wabern Wolken über den gesamten Campus.


Zahlen

Immerhin kann ich mittlerweile einigermaßen bis 10 zählen:

0 - leng

1 - jat (hohes a und kaum ausgesprochenes t)

2 - ji (tiefes i)

3 - sam (langes hohes a)

4 - say (wie englisch)

5- mh (wie der Ton bei leckererem Essen)

6 -low (tiefes o/u)

7 - ced (hohes und schnelles e)

8 - bat (wie jat, nur mit b und etwas tiefer)

9 - gou (aufsteigender Ton)

10 - sap (scharfes s und schnelles tiefes a)


Sonne in Sicht

Die neue Woche startet mal mit Sonne - die habe ich ja schon fast drei Wochen nicht mehr gesehen.

Ausblick


Schnitzel und Paulaner

Am Samstag sind wir ein Bier im 'brotzeit' trinken gegangen. So ganz groß war die Auswahl an Bieren nicht - es gab Paulaner, Krombacher und Stiegl aus Österreich.

Immerhin war die Karte in Deutsch mit chinesischen und englischen Übersetzungen gehalten. Den Test nach authentischer Bestellungsaufnahme in Deutsch haben die Kellner aber nicht bestanden: Mein dunkles Weizen wurde dann zu einem 'A Dunkle' in Englisch.

Schnitzel

Große Freude hat es mir bereitet, den Nachbartisch beim Schnitzelessen zu beobachten. Traditionell chinesisch kommt das Essen in die Mitte und wird geteilt. Außerdem waren sie wohl der Meinung, dass ein Weißwein besser passt, als Bier. Die beiden waren ohnehin mehr auf ihr Smartphone fixiert, als auf das Essen oder den Partner.


Ichiran Ramen - Again

Nachdem wir so begeistert von Ichiran Ramen waren, sind wir dieses Wochenende noch einmal dorthin gegangen. Damit es mal ein neues Erlebnis ist, sind wir diesmal in die Zweigstelle in Tsim Sha Tsui gegangen, in der es Tische gibt, an denen man sich unterhalten kann.

Ichiran

Allerdings haben wir auch hier mindestens 40 Minuten warten müssen. Wie im Europapark bei den Achterbahnen gibt es eine lange gewundene Warteschlange, bei der man nicht wahrnimmt, dass noch hundert Personen vor einem auf einen Platz warten.

Queue

Aber das Warten lohnt sich - die Ramen waren wieder fabelhaft. Leider gibt es Ichiran außerhalb Japans nur in HK und New York und nirgendwo in Europa.


Hong Kong – Zhuhai – Macau Brücke

Aus Deutschland wird mir nur von schleppenden Bauprojekten berichtet wird - seien es 200m neue Straße in vier Monaten, eine Dorfstraße, die mehrmals aufgerissen und zugeschüttet wird oder die berühmten Großbaustellen, wie der Berliner Flughafen.

Hier gibt es derzeit eine ganz andere Dimension von Baustelle zu bestaunen, sobald man sich dem Flughafen nähert. Hong Kong und Macao bauen eine Verbindung über das Perlflussdelta, die Hong Kong - Zhuhai - Macau Brücke. Der Bau hat offiziell im Dezember 2009 begonnen und soll in diesem Dezember nach einer einjährigen Verzögerung abgeschlossen sein.

Die Verbindung ist 50 km lang und wird in der Mitte des Meeres von einer Brücke zu einem Tunnel und dann wieder zu einer Brücke, damit auch in Zukunft riesige Containerschiffe das Perflussdelta passieren können.

Warum wird die Brücke gebaut? Östlich des Deltas liegen viele große Städte (um mal nur diejenigen mit mehr als 7 Millionen Einwohnern zu nennen: Dongguan, Shenzhen und Hong Kong). Auf der anderen Seite ist es noch nicht so eng - die größte Stadt Zhongshan gilt mit 3 Millionen Einwohnern nach chinesischen Maßstäben wohl eher als größeres Dorf. Die Region hofft, durch diese Brücke weiter zu expandieren und zu einer der größten Metropolregionen der Welt zu werden.

Shenzhen fühlte sich bei der Brückenplanung übrigens etwas übergangen. Deswegen plant die Stadt 30 km weiter nördlich also einfach eine weitere 50 km lange Brücke. Man hats ja...

Mehr Infos zu chinesischen Megaprojekten.